21. Nov 2019

Einsatz von Predictive Analytics in Gerichtsprozessen
Dr. Andreas Papp

Zusammenfassung des Vortrags von Dr. Andreas Papp

Den Ausgang eines Gerichtsprozesses vorhersagen – das ist Zukunftsmusik. Möglich ist es aber schon jetzt, anhand historischer Daten die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Gerichtsprozesses besser einschätzen zu können. Ansätze von Vorhaben wie Ravel Law oder Lex Machina haben es vorgemacht und liefern gegenwärtig schon einen deutlichen Mehrwert für Litigator in den USA.

In Deutschland ist die Datenlandschaft weitgehend unstrukturiert. Prozessierende Rechtsanwälte kennen die für sie relevanten Spruchkörper häufig gut. Diese Rechtsanwälte treten durch ihre Vorkenntnis in einen optimierten Dialog mit den Spruchkörpern. Ein Ansatz solches Wissen zu sammeln und zentral zur Verfügung zu stellen, ist Richterscore.de.

Ein weiterer Ansatz ist die objektive Analyse der bisherigen Gerichtsentscheidungen. Durch eine algorithmische Auswertung solcher Informationen lassen sich wertvolle Erkenntnisse über die durchschnittliche Verfahrensdauer, die häufigsten Rechtsgebiete und die Entscheidungstendenzen innerhalb der Rechtsgebiete spruchkörperbezogen gewinnen. Auch Sentiment-Analysen sind künftig einsatzfähig.

Ein Rechtsanwalt, der einen Gerichtsstand wählen (z.B. fliegender Gerichtsstand) oder vereinbaren soll, oder sich schlichtweg besser auf seinen Prozess vorbereiten und ein Prozesstaktik entwickeln möchte, kann sich künftig auf solche Informationen stützen. Auch Prozessfinanzierer, Versicherer oder häufig prozessierende Unternehmen werden von dem Vorhaben der Advolytics, Betreiber der Plattform Richterscore.de, profitieren.

07. Nov 2019
05. Dez 2019